Für eine neue, gemeinsame globale Geschichtspolitik - Dienstagsvortrag von Fr. Prof. Habermas 15.10.2019

In dem von der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde gestalteten Dienstagsvortrag von Fr. Prof. Rebeka Habermas von der Georg-August-Universität in Göttingen sprach diese zum Thema „Für eine neue, gemeinsame globale Geschichtspolitik“.
Angestoßen durch die Arbeit (2017-18) der Wissenschaftler Felwine Sarrund Bénédicte Savoy, Im Auftrag von Emanuel Macron, in der die Möglichkeiten und Kriterien der Rückgabe von kolonialen Kulturgütern französischer Museen an afrikanische Länder erkundet werden sollte, wird die Rückgabe von ethnologischen Objekten nicht nur in Frankreich sondern auch in der deutschen Geschichts-, Ethnologen-, und Museumsszene sowie in den deutschen Medien heiß diskutiert.  Sind doch die Ethnografika vielfach während der Kolonialzeit unter gewalttätigen, wirtschaftlich repressiven Umständen und unter Einbeziehung der kolonialen Infrastruktur, in die Staaten Europas gelangt.
Hier setzte Rebeka Habermas in ihrem Vortrag an und gab Eingangs einen Rückblick auf die Kolonialgeschichte speziell in Afrika, um dann die Chancen aufzuzeigen, die in einer geänderten Geschichtspolitik,  beim Umgang mit den Objekten liegen. Sie hob die Einflüsse der außereuropäischen Kulturen auf die Kunst der Klassischen Moderne und den Musikstil des Jazz hervor und reflektierte immer wieder auf die anders gelagerte Herkunftsgeschichte der Lübecker Objekte. Mit ihrem Vortrag erweiterte Rebeka Habermas den Blickwinkel auf den Umgang mit den ethnologischen Artefakten im Hinblick auf den aktuellen Diskurs und warb für einen fairen, inspirierenden Austausch auf Augenhöhe sowohl bei der Rückgabe als auch bei einer geänderten musealen Präsentation sowie bei einer gemeinsamen wissenschaftlichen Bearbeitung der Objekte.
Mit weiterführenden Fragen und Stellungnahmen aus dem Publikum schloss der Vortrag.
Im Hinblick auf die neue Gestaltung eines ethnologischen Museums in Lübeck fächerte der Vortrag die Debatte auf und gab neue Sichtweisen frei. Vielen Dank an Fr. Prof. Habermas und das engagierte Publikum.
Weitere Informationen zu Rebeka Habermas über den Link https://www.uni-goettingen.de/de/557736.html  

Bürgerkrieg im Jemen ohne Ende? Vortrag am 05.02.2019

Die Aussichten der Menschen im Jemen auf ein baldiges Ende des grausamen Bürgerkriegs mußte Prof. Meyer von der Johann Gutenberg Universität Mainz als schlecht bezeichnen. Den saudischen Thronfolger Mohammed bin Salman verortete Meyer als verantwortlichen im Hintergrund dieses Konflikts um die Herrschaft im Land.
Strukturiert und klar beleuchtete er, ausgehend von der geographischen und wirtschaftlich-sozialen Lage des Landes über die geschichtliche Entwicklung bis zur jüngsten Vergangenheit, die Entstehung des Konfliktes.
Das Profil der Bürgerkriegsparteien und die Rollen der globalen Unterstützer wurde den Zuhörern verdeutlicht.
Ein gelungener Vortrag, der dem interessierten Publikum im gut gefüllten Großen Saal der Gemeinnützigen einen über die tägliche Medienberichterstattung hinausgehende Transparenz der verworrenen Situation am Ende der Arabischen Halbinsel bot.
Trotz eines ausgiebig beantworteten Fragenblocks stand Meyer abschließend noch einer kleinen Gruppe Lübecker Mitbürgern aus diesem Teil des Orients für eine Diskussion zur Verfügung.